Gute Arbeit weltweit

Veröffentlicht am 04.05.2015 in Veranstaltungen

Der Esslinger Landtagsabgeordnete und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler hat Ende April zu einem Diskussionsabend mit dem Bundestagsabgeordneten Stefan Rebmann, eingeladen. Zu der Veranstaltung im Bürgerhaus Pliensauvorstadt mit dem Titel "Gute Arbeit - weltweit" waren zahlreiche Interessierte erschienen.

Drexler eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Uns sind noch allen die furchtbaren Bilder nach dem Zusammensturz des Rana Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch in Erinnerung, bei dem 2013 mehr als 1.100 Arbeiterinnen und Arbeiter starben“. Nach der Katastrophe gab es viele Diskussionen darüber, was sich ändern muss, damit sich dies nicht wiederholt. Wie muss sich z.B. das Konsumverhalten in den westlichen Ländern ändern?“ Die Bereitschaft zu verantwortungsvollem Konsum ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen.  Dennoch: Unmenschliche Produktionsbedingungen, Lohndumping, Zwangs- und Kinderarbeit, Diskriminierung von Frauen und Minderheiten, Organisationsverbote, gravierende Sicherheitsmängel und Umweltverschmutzungen sind in vielen Produktionsländern leider weiterhin an der Tagesordnung.

Stefan Rebmann, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftlichen Entwicklung und Zusammenarbeit, berichtet, dass es im Bundestag einen Antrag an die Bundesregierung gibt „Gute Arbeit – weltweit“ voranzubringen. Auch das Europäische Parlament bereitet einen Antrag zu diesem Thema vor.

Fazit der Diskussion mit einem interessant besetzten Podium (W. Schreiner, Vorstand Weltladen Esslingen, Alexander Kögel, City Initiative Esslingen und Vorstandssprecher Modehaus Kögel, Gudrun Willner, verdi) ist, dass sich noch viel vor Ort verändern muss. Deutsche Standards können nicht einfach auf Produktionsländer übertragen werden, zudem müssen die Gewerkschaftsstrukturen gestärkt werden, um Lohndumping zu unterbinden und die Arbeitssicherheit zu verbessern. Stefan Rebmann berichtet von einer Reise nach Bangladesch: „Sie können ja mal versuchen, eine Feuerschutztür in Bangladesch zu kaufen! Das wird nicht gelingen, weil es gar keine gibt! Die müssen erst mal importiert werden“.

Die Bereitschaft der Kunden ist heute viel größer als noch vor einigen Jahren, Produkte zu kaufen, die biologisch, klimafreundlich hergestellt sind, die regional produziert und fair gehandelt werden. Ein einheitliches Label von staatlicher Seite würde dem Kunden hier sicher mehr Hilfestellung geben. Zumal der Preis keine Rückschlüsse auf die Herstellungsbedingungen erlaubt.

 

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